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JFK

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Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung: Keine Bildung. (John F. Kennedy)

 

Foto: x-ray delta one / photo on flickr

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Wer zahlt?

Wer zahlt, wenn Erwachsene in Kurse gehen wollen, in denen Lesen und Schreiben geübt wird?
Der Bundesverband für Alphabetisierung und Grundbildung e.V. hat eine gute Zusammenfassung ins Netz gestellt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Finanzierung, auch wenn man keine Arbeit hat.

Wer einen Computer und Internet hat, kann auch kostenlos lernen. Viele Menschen nutzen die Online-Lernplattform Ich-will-lernen.de. Wenn sie auf dieser Plattform registriert sind, bekommen sie einen Online-Tutor von der VHS gestellt, der ihnen hilft.
Für Erwachsene, die noch nicht so gut Deutsch können, gibt es die Online-Lernplattform Ich-will-Deutsch-lernen.de. Auch dieses Angebot kostet nichts.

In der Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung sollen die Angebote erweitert werden. Dabei sollen auch ESF-Mittel für die Grundbildung Erwachsener eingesetzt werden. Die Fördermittel werden von den einzelnen Bundesländern verwaltet und von Bildungsträgern beantragt, die dann offene Kurse für Betroffene anbieten können.

3000884104_d77dc2f8a5Leider ist der Verwaltungsaufwand für diese Fördermittel sehr groß. Daher wollen nur wenige Bildungsträger diese Gelder beantragen. Somit können auch nur vereinzelt kostenfreie Kurse angeboten werden.

Es wäre schade, wenn die Umsetzung der Dekade an der Bürokratie scheitern sollte – trotz vorhandener finanzieller Mittel.

 

 

 

Foto: HikingArtist.com via Foter.com / CC BY-NC-ND

Hilfreiche Definitionen

Unter Grundbildung wird noch immer viel zu oft das Erlenen der Schrift verstanden. Laut nationaler Strategie  sollte der Fokus aber viel breiter sein. Ein Umdenken ist erforderlich. Hierzu zwei hilfreiche Definitionen von Kai Sterzenbach:

  • Grundbildung: die Minimalvoraussetzungen an Wissen, Kenntnissen, Fertigkeiten und Kompetenzen, die für eine Orientierung, aktives Handeln und Teilhabe an der Gesellschaft notwendig sind
  • Literacy: die Kompetenz und Verhaltensweise, schriftliche Informationen im täglichen Gebrauch – zu Hause, bei der Arbeit und in der Gemeinschaft – zu verstehen und zu nutzen

Die Definitionen helfen uns zwei unterschiedliche und doch zusammenhängende Entwicklungen in der Bildungslandschaft zu erkennen. Wenn es im engen Sinne um die Schriftsprachenkompetenz (Literacy) geht, wird in der heutigen Gesellschaft vieles einfacher.

13621844893_5253d9a327_cDurch die neuen Medien entstehen viele neue Zugänge zu Informationen im Beruf und auch zu Hause. Wer nicht gut lesen und schreiben kann, weiß sich schnell zu helfen. Videos und Sprechfunktionen auf dem PC und dem Smartphone lassen die schriftlichen und mündlichen Kommunikationsformen fließend in einander übergehen. Kochrezepte werden auf You-Tube nachgekocht, Einkaufslisten ins Handy gesprochen, Notizen und Briefe abfotografiert. Auch längere Texte aus dem Internet können vorgelesen und sogar übersetzt werden. Inzwischen gibt es außer Lesen und Schreiben viele Alternativen im Alltag, um an die Information zu kommen, die man braucht.

Photo credit: Ed Yourdon via Foter.com / CC BY-NC-SA

Der Fluss an Information, der durch die neuen Medien möglich wird, bedeutet aber auch, dass wir mehr wissen müssen. Ständig steigen die Anforderungen in der Gesellschaft und auf dem Arbeitsmarkt. Die Bildungswege werden komplexer und damit auch die Grundvoraussetzungen, die wir als Erwachsene brauchen, um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Wer sich nur auf seine Schulbildung und Erstausbildung verlässt, ist bald abgehängt.

Grundbildung für Erwachsene sollten wir also nicht nur am Lesen und Schreiben festmachen. Die Schriftsprachenkompetenz ist zweifellos ein wichtiger Schlüssel zu der komplexen Welt, in der wir leben. Es kommt aber noch einiges dazu: die Rechenfähigkeit und finanzielle Grundkompetenzen, zum Beispiel. Wir brauchen auch eine grundsätzliche Gesundheitsbildung, flexible soziale Kompetenzen und auch eine ständig wachsende Medienkompetenz. Ohne diese können wir nicht eigenverantwortlich am gesellschaftlichen, kulturellen und beruflichen Leben teilnehmen.