Archiv für den Monat Juli 2018

Neuer Anfang – leicht gemacht

Am 1. August beginnen viele junge Erwachsene in Sachsen-Anhalt ihre Ausbildung. Damit der erste Arbeitstag gut klappt, muss einiges vorbereitet werden. Hier ist ein kleines Erklärvideo, das dabei helfen kann:

Explainity macht viele gute Erklärvideos zu Themen, die für die Grundbildung Erwachsener interessant sind. Der Vorteil von Erklärvideos ist, dass man sich das Video mehrmals anschauen kann, auch zu Hause.

Im lebensbezogenen Unterricht kann ein Video auch leicht eingesetzt werden. Es reicht hier, zum Beispiel, eine einfache Frage zu stellen, die unsere Aufmerksamkeit erhöht:

Welche drei Behördengänge muss ich erledigen, ehe mein erster Arbeitstag beginnt?

 

(Wie bei allen Videos, die wir auf dem Blog teilen, übernehmen wir keine Haftung für fehlende Inhalte oder Veränderungen, die der Betreiber des You Tube Kanals vorgenommen hat, seitdem wir den Link geteilt haben.)

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Mondlandung!

Vor 49 Jahren hat Neil Armstrong die ersten Schritte auf den Mond gewagt. Damals meinte der amerikanische Astronaut, es war “ ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein  Riesensprung für die Menschheit.“

Wie hat die Menschheit diesen Sprung geschafft? Die Antwort, laut Danny Stillion, der das lebenslange Lernen erforscht, liegt auf der Hand:

  • Neugierde
  • Empathie
  • Passion oder Leidenschaft

Die Summe dieser drei Eigenschaften öffnet unbegrenzte Möglichkeiten für den Menschen. Sie sind die Grundlage für das lebenslange Lernen, das zu wirklichen Veränderungen führt. In einem sehr interessanten TED Vortrag zeigt er auch, wie gerade unsere Fähigkeit zur Empathie uns dazu bringt immer wieder freiwillig und selbst-motiviert zu lernen.

In unserer Haltung zur Grundbildung sind wir leider davon noch weit entfernt.

 

Macht es noch Sinn?

In dem aktuellen Bildungsbericht der Kultusminister-Konferenz wird deutlich, dass „Bildung“ ein neues Konzept sucht.

„Die Bildungsinstitutionen selbst sollten ebenso in den Blick genommen werden. Ziel muss es sein, diese gemeinsam mit den Beteiligten zu angemessenen, entwicklungsfähigen, zukunftsorientierten und zugleich nichtseparierenden Lernumwelten weiterzuentwickeln. Die Institutionen selbst müssen in ihren Strukturen insoweit offen sein, dass sie zukünftigen Anforderungen entsprechen können – z. B. hinsichtlich der zunehmenden Digitalisierung als Herausforderung und Chance. Bildungsinstitutionen und Bildungsangebote sind zugleich so zu gestalten, dass sie verstärkt als Orte der Kooperation geplant, eingerichtet und wahrgenommen werden und zunehmend flexibel agieren können. Dies beginnt bei der multifunktionalen Nutzung der jeweiligen Räumlichkeiten als „Zentren des Lernens“. Es schließt auch ein, Bildungsangebote unterschiedlicher Art und von unterschiedlichen Trägern lokal zu verknüpfen und zu vernetzen.“ (Bildung in Deutschland 2018, S. 34, „Herausforderungen“).

Begriffe wie Kooperation, flexibel, zukunftsorientiert und offen sprengen die Strukturen, in denen derzeit Bildung geplant, finanziert und durchgeführt wird. Dennoch ist es deutlich, dass Menschen, die sich langfristig an der gesellschaftlichen Entwicklung aktiv beteiligen wollen, im digitalen Zeitalter dauerhaft lernen müssen.

Anja Wagner warnt in ihrem Newsletter vom 15.Juli 2018, dass die Idee, netzwerkende, lebenslange Lernräume zu schaffen, uns nicht von unserem lähmenden Bildungsdünkel befreit:

„Die grundsätzliche Ausrichtung entlang institutioneller Träger wird dabei nicht in Frage gestellt, sondern man orientiert sich in der Argumentation an der tatsächlichen oder sollen wir lieber sagen: vermeintlichen Nachfrage. Denn die Nachfrage orientiert sich ja an der kulturellen Hegemonie, also was der Mainstream denkt, wie man sich bzw. seine Kinder bildungs-technisch aufstellen müsste… Und diese Gedanken sind nun mal nicht wissenschaftlich fundiert, sondern entsprechen eher dem Stammtisch-Denken, wie es in den Talkshows praktiziert wird.“

In der Tat zeigt der Bildungsbericht (vgl. S. 376) wie groß die Herausforderung ist, das lebenslange Lernen als Konzept in der Erwachsenenbildung sinnvoll zu verankern. Seit 2012 ist die Weiterbildungsquote nicht gestiegen, obwohl wir zunehmend in einer Bildungsgesellschaft leben. Aber selbst die mageren 50%, die sich überhaupt weiterbilden, versprechen sich nicht viel davon. (Klicken Sie die Tabelle an, um sie zu vergrößern. Der Blick in die Zahlen lohnt sich!)

Das bedeutet konkret, dass wir keine Grundbildungsstrategie durchsetzen können, wenn wir nicht die derzeitige Haltung von Menschen zum Lernen thematisieren. Dazu gehört auch die Vorstellung als Gesellschaft Erwachsenenbildung „nicht nötig“ zu haben. Was nutzen gute Konzepte, Angebote, Strukturen und Werbung, wenn einzelne Bürger – egal aus welchen Umständen sie kommen – so anspruchslos bleiben?

Fotos: Pixabay.de, Bildungsbericht 2018

Naumburg ist Welterbe!

Der Naumburger Dom in Sachsen-Anhalt ist Anfang Juli in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen worden. Laut Medienberichten würdigte das Welterbekomitee mit seiner Entscheidung die künstlerischen Qualitäten des Doms. Der Naumburger Dom sei ein „Meisterwerk menschlicher Schöpferkraft“ und gebe einen Einblick in Kunst, Architektur und Technologie seiner Zeit. Besonders wichtig ist dabei die einzigartige Arbeit des Naumburger Meisters . Mit ihrer zeitlosen Emotionalität locken Stifterfiguren wie Reglindis und Uta heute noch viele Besucher in den Dom.

Weniger beachtet, aber weitaus revolutionärer, ist für uns die Darstellung der biblischen Geschichte am Westlettner des Doms. Für gewöhnliche Menschen, die weder Latein verstehen noch lesen konnten, übersetzte der Naumburger Meister auf geniale Weise die Bibel in die Sprache des Volkes. Ganz unabhängig von der Interpretation der Kirche konnten sich die Naumburger – mit Hilfe der Reliefs am Lettner – selber ein Bild von der „Wahrheit“ der Leidensgeschichte Christi machen. Wie in einem modernen Cartoon wird in den Steinbildern des Meisters eine mitreißende Geschichte von von Freundschaft, Verrat, Gewalt und Hoffnung erzählt.

Grundbildung und Teilhabe sind auch heute noch Anliegen im Naumburger Dom. Ganz nach der Tradition des Naumburger Meisters sollen Sprache und Schrift keine Barriere sein. Gemeinsam mit Blickpunkt alpha und dem Caritas Behindertenwerk in Osterfeld ist schon 2017 eine Führung in leichter Sprache entstanden. Auch eine Broschüre über den Dom in leichter Sprache wurde entwickelt.

Mit dem Welterbetitel haben wir, laut Landrat Götz Ulrich, die Aufgabe die einzigartige Kostbarkeit des Doms nicht nur für Touristen, sondern auch für alle Bürger des Landkreises greifbar und erlebbar zu machen. Das ist eine Grundbildungsaufgabe, die uns weiterhin viel Freude machen wird!

Wer sich heute schon auf den Weg machen möchte, kann mit einer virtuellen Tour starten. Sie beginnt hier.

Fotos: Die Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz und Blickpunkt alpha