The dark side of literacy

Anfang September fand die zweite Bundesfachkonferenz Grundbildung des DVV in Erfurt statt. Dort brachte Herr Dr. Thomas Fritz vom lernraum.wien seine erfrischend selbst-kritische Stimme ein. Er erwähnte dabei das Diskussionsforum „The dark side of literacy“, das schon 2016 versucht hat, im aktuellen Diskurs zur Grundbildung auch die Schattenseiten zu erfassen und kritisch zu beleuchten.  Daraus ist ein sehr spannender Tagungsbericht des bifeb Österreich geworden, den wir nur empfehlen können.

Besonders lesenswert fanden wir Uwe Bittlingmayers Beitrag, der den Zusammenhang zwischen Bildung und beruflichem Aufstieg in Frage stellt. Mit Hilfe einer bourdieuschen Analyse zeigt er auf, wie das kulturelle Kapital des Bildungsbürgertums in der prekären Wissensgesellschaft inflationär an Wert verliert. Um diesem Trend entgegen zu wirken, wird die einst enge Verknüpfung zwischen Ökonomie und Bildung wieder hergestellt. Dabei geht es in der Grundbildung weniger um die Frage, ob eine Arbeitsbiografie ohne Lesen und Schreiben möglich ist. In der Darstellung der Sachlage wird vor allem deutlich, dass die nur bedingt ausgeprägte Beherrschung von Kulturtechniken (wie Lesen und Schreiben) als Normverletzung gilt.

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