Grundbildung 4.0

Der Begriff Bildung 4.0 wird damit erklärt, dass wir es derzeit mit der vierten Industriellen Revolution zu tun haben – nach den industriellen Revolutionen

  • (1) durch Einführung mechanischer Produktionsanlagen (Ende 18. Jh.),
  • (2) durch Einführung arbeitsteiliger Massenproduktion (Ende 19. Jh.) und
  • (3) nach der Automatisierung durch IT und Elektronik (70er Jahre des 20. Jahrhunderts).

Mit den ersten beiden Revulotionen entstand die Schulform, wie wir sie heute noch kennen – kleine „Bildungsfabriken“, in denen den Kindern das Wissen von den Lehrern „eingetrichtert“ wurde, damit sie für ihren vorbestimmten Arbeitsplatz tauglich werden. Das Bildungssystem hatte weiterhin die Aufgabe kulturelles und personelles Kapital in ökonomisches Kapital umzuwandeln – sprich Fachkräfte zu schaffen, die mit einer zuverlässigen, fleißigen Arbeitsethik das Wirtschaftswunder Deutschland ermöglichen. Auch die sozialen Ungleichheiten, die durch dieses Bildungssystem entstanden, waren für Wachstum der Wirtschaft unabdingbar und wurden durch die 3 Säulen der Bildung  scheinbar normalisiert.

Die Automatisierung der 70er Jahre hat zu einem Boom in Verwaltungsprozessen geführt, aber wenig in den Schulen geändert. Es gab eine neue „moderne“ Raumausstattung mit Computer, aber nicht unbedingt ein neues Bildungskonzept.

Das soll sich mit Bildung 4.0 nun ändern. Ein neues Konzept muss her – gerade in der Erwachsenenbildung, die ja die allgemeine Kompetenz der Bürger des Landes verantworten soll. Schon letztes Jahr berichtete die Süddeutsche Zeitung, dass die Digitalisierung der Wissenswelt unbedingt eine neue Didaktik braucht. Das Vermitteln von Information wird in der Bildung 4.0 zunehmend von einer hierarchischen  Lernbeziehung getrennt.

Auch in Österreich wird klar für neue Qualitäten in der Lernbeziehung plädiert. Das Lehrende – Lernende Kurskonzept stößt bei der schnellen Veränderung in Wirtschaft und Gesellschaft an seine Grenzen. Die fünf Schlüsselbereiche in der Erwachsenenbildung 4.0 sind demzufolge ein Weg aus dem Paternalismus, hin  zu einer neuen, flexiblen kooperativen Infrastruktur, die digitale Kompetenzen stärkt, eigenständiges Lernen fördert und so die allgemeine Veränderungskompetenz des Einzelnen in den Mittelpunkt stellt.

Besonders spannend ist ein Bildung 4.0 Manifest, das den „Kulturschock“ der Wissensrevolution für „traditionell geschulte“ Erwachsene beschreibt. Die Zeit der Gewissheiten ist vorbei. Wir leben und lernen in einer VUCA Welt.

    V wie Volatility = Unbeständigkeit

    U wie Uncertainity = Unsicherheit

 C wie Complexity = Komplexität

    A wie Ambiguity = Mehrdeutigkeit

In 10 Thesen werden die Implikationen der neuen Wissensqualitäten für den Einzelnen und die Gesellschaft durchgespielt. Ein lohnenswerter Beitrag, der Freude auf flexibles und selbstbestimmtes Lernen macht.

Foto: foter.com

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