Archiv für den Monat Juli 2016

Einfache Sprache – gar nicht so leicht!

In Sachsen-Anhalt wollen wir uns stärker für den Gebrauch von einfacher Sprache einsetzen. Dazu haben wir auf diesem Blog schon Beiträge veröffentlicht, die in der Kategorie Leichte Sprache zu sehen sind. Es gibt leider viele Menschen, die meinen, mit einfacher Sprache würde wichtige Information verloren gehen. Genau das Gegenteil ist der Fall. Einfache Sprache konzentriert sich auf die wichtigsten Aussagen, und lässt alle umständlichen Nebeninformationen weg.

Hier ist ein Beispiel dafür, wie einfache Sprache in der politischen Grundbildung für die Bundestagswahl eingesetzt werden kann.

Wer sich einfacher ausdrücken möchte, muss genau wissen was Sache ist. Es ist auch hilfreich klare kurze Beispiele zu bringen. Wenn uns selber keine gute Formulierung einfällt, nutzen wir das Huraki Wörterbuch für leichte Sprache. Dort werden viele Themen einfach und klar erklärt. Das Wörterbuch ist online, kostenlos und immer aktuell.

 

 

 

 

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Alternativ und Offen

In Sachsen-Anhalt werden Grundbildungsprojekte gefördert, die neue Lern-und Lehrerfahrungen, sowie neue Möglichkeiten der Ansprache entwickeln. (Mehr Information zu den Förderrichtlinien gibt es hier). Unklar jedoch ist, was „neu“ bedeutet. Andere Formulierungen, die in Bildungskreisen als Schlagwörter genutzt werden sind alternative Lernformen, offene Angebote, lebensnahes Lernen.  Auch diese helfen nur bedingt weiter: Alternativen zu was? Offen für wen? An welchem Leben orientiert?

Genau genommen sind alle Formulierungen eine implizite Reaktion auf schulisches Lernen. Dieses findet traditionell in festen, geschlossenen Kursstrukturen statt und orientiert sich an Inhalten und nicht an den Bedürfnissen der Lernenden. Erwachsene, die wieder mit dem Lernen anfangen, wollen meist nicht in diese Enge zurück.

Achim Scholz von der VHS Oldenburg hat Lernende aus Alphabetisierungskursen gefragt, wie sie sich ihren idealen Lernort vorstellen. Die Ergebnisse dieser Befragung hat er im Alfa-Forum, Nr 67 veröffentlicht. Gute Lernorte brauchen

Photo credit michaelkmak via DesignHunt_ CC BY-ND

  • einen schönen, ansprechenden Raum
  • helles warmes Licht
  • eine unterstützende, vertrauliche Atmosphäre
  • ein informelles, flexibles Angebot.

Viele Lernende suchen einen sicheren Ort in dem sie die negativen Lernerfahrungen aus der Schule überwinden können. Sie wollen sich  wohlfühlen. Es soll gemütlich, entspannend, locker sein.

Unsere eigenen Erfahrungen im Lesecafé Naumburg (offenes Angebot) und mit den Sprachpatenschaften für Zugewanderte (online Lerntreffs als alternative Lernform) haben diese Aussagen bestätigt. Hinzu kommt die Erfahrung, dass die verbindliche Beziehung zur Leitung des Lernangebots wesentlich ist.

  • Offen und doch vertraulich
  • Flexibel und doch verbindlich
  • Informell und doch klar strukturiert und zielorientiert

Damit birgt der Wunsch nach alternativen, offenen Angeboten eine Spannung, die sich im klassischen Kurssystem der Volkshochschulen nur schwer auflösen lässt.

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