Grundbildungszentrum

Wie kann die Nationale Dekade zur Alphabetisierung und Grundbildung in Sachsen-Anhalt umgesetzt werden? Wie könnte eine flächendeckende Grundbildung für Erwachsene vor Ort aussehen?
Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass eine zentrale Netzwerkstelle nicht ausreicht, um in der Fläche zu wirken. Die Entwicklung regionaler Grundbildungszentren scheint eine gute Ergänzung zu sein. Ein Grundbildungszentrum kann als verbindliche Kooperation vor Ort handeln. Es kann Initiativen und Angebote bündeln, lokal sinnvoll gestalten und sie in die Öffentlichkeit tragen.
Grundbildungszentren sind mehr als Lernorte. Sie funktionieren eher wie ein gut strukturierter Arbeitskreis, der verschiedene Partner befähigt, das Thema Grundbildung in ihren Kommunen zu verorten. Jobcenter, Volkshochschulen und freie Bildungsträger sind als Kooperationspartner gefragt. Wertvoll sind aber auch andere, weniger offensichtliche Bildungspartner. Dazu gehören die Bibliotheken, das Theater, die öffentliche Presse, Lokale Bündnisse, sowie kostenfreie Wochenzeitungen und Vereine.

Photo credit: timjmansfield via Foter.com / CC BY

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Besonders wichtig ist es, vielseitige und niedrigschwellige Angebote für Erwachsene zu entwickeln, die sie in ihrer Teilhabe stärkt. Dabei geht es nicht nur um Lesen und Schreiben, sondern auch darum, Gesundheit, finanzielle Fähigkeiten oder andere Grundkompetenzen ein Leben lang zu unterstützen. Das Grundbildungszentrum ist die zentrale Schaltstelle, die den Bedarf für Grundkompetenzen in der Region nicht aus den Augen verliert.

Obwohl sehr viele Menschen in Deutschland fehlerhaft lesen und schreiben, ist die Alphabetisierung und Grundbildung für Erwachsene in den letzten zehn Jahren kaum vorangekommen. Ein wichtiger Grund für den langsamen Fortschritt ist der fehlende politische Wille. Die Politik hat – trotz international gesteckter Ziele- der fortlaufenden Grundbildung für Erwachsene bislang keine Priorität eingeräumt. Um diese Situation regional zu ändern, übernimmt das Grundbildungszentrum auch eine wichtige bildungspolitische Funktion.

Die Arbeitsschwerpunkte eines regionalen Grundbildungszentrums sind:

  • Aufsuchende Bildungsarbeit: attraktive Lernangebote schaffen, Teilnehmer gewinnen, Selbsthilfestrukturen entwickeln, arbeitsplatzorientierte Lernangebote unterstützen.
  • Kooperation und Netzwerkarbeit: Kooperationspartner finden, Behörden und Einrichtungen zum Thema sensibilisieren und schulen, Angebote koordinieren, gemeinsame Strategien und Strukturen für die Region entwickeln.
  • Transfer von Wissen und Erfahrung: Professionalisierung der Lehrenden, Fortbildungen und Fachtage zum Thema Grundbildung in der Region,
  • Öffentlichkeitsarbeit: auf das Thema aufmerksam machen, zur Teilhabe einladen, Angebote bewerben, nationale Kampagnen unterstützen
  • Politische Wirksamkeit: Nationale Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung aktiv umsetzten, politische Ziele einfordern, vernetzt handeln.
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